Was ist Invertertechnik
10. September 2010
Stellen Sie sich vor Sie könnten mit Ihrem Auto nur Vollgas fahren. Auf einer Autobahn ohne Verkehr und Geschwindigkeitsbegrenzung wäre dies noch akzeptabel.
Ganz anders schaut es aus, wenn eine Geschwindigkeitsbegrenzung von z. B. 80 km/h angezeigt wird. Um nun die Reisegeschwindigkeit von 80 km/h zu halten, müssten Sie Vollgas geben bis über 80 km/h, ausschalten und Rollen, bis Sie unter 80 km/h schnell sind um dann wieder mit Vollgas auf über 80 km/h zu beschleunigen, usw.
Eine verrückte Vorstellung. Das Autofahren würde sicher keinen Spaß mehr machen, die Motorbelastung steigen und die Lebensdauer des Fahrzeuges rapide absinken. Zusätzlich wäre die finanzielle Belastung durch den erhöhten Kraftstoffverbrauch enorm.
Für ein Auto eine unvorstellbare Realisierung. Für unsere Heizungssysteme in unserer modernen Zeit normal.
Viele handelsübliche Wärmepumpen sind immer noch mit einem Kompressor ausgestattet, der nur eine Leistungsstufe besitzt. Bei steigender Außentemperatur wird aber immer weniger Heizleistung benötigt. Um dann nicht abgenötigte Heizenergie zu erzeugen, wird der Kompressor (die Wärmepumpe) durch das AN/AUS Prinzip gesteuert. Dadurch ergibt sich eine hohe Belastung der Bauteile bei der Wärmepumpe und dadurch eine kürzere Lebensdauer.
Wie funktioniert die Inverter-Technik?
Unter Inverter betrieb versteht man die Beeinflussung der Drehzahl durch Veränderung der normalen Wechselstromfrequenz von 50 Hz. Dazu wird zunächst der Wechselstrom in Gleichstrom verwandelt. Dann wird mit Hilfe eines Umformers eine neue „Wechselstromwelle” erzeugt, die je nach Leistungsbedarf stufenlos zwischen 30 Hz und 90 Hz verändert werden kann. Die Invertertechnik ermöglicht einen besonders energiesparenden Betrieb. Leider verzichten immer noch viele Hersteller auf die seit 1981 eingeführte Technik und nutzen weiterhin konstant Drehzahl Kompressoren.
Welche Vorteile ergeben sich durch die Inverter Technologie?
- höhere Lebensdauer (Wärmepumpe läuft selten unter Volllast)
- kürzere Anlaufkurve der Wärmepumpe
- ein Bruchteil der üblichen Anlaufströme (3-6 A)
- hohe Laufruhe
- verbesserte Jahresarbeitszahl (JAZ)
- kein E-Heizstab oder Bivalent betrieb notwendig
Die Luftwärmepumpe war bis zur Einführung der modulierenden Wärmepumpen von den Leistungszahlen mit Erd- und Wasserwärmepumpen nicht zu vergleichen. Luftanlagen mit ungeregelten Kompressoren, benötigten immer eine zweite Wärmequelle bei tiefen Temperaturen. Durch die Einführung von drehzahlgeregelten Wärmepumpen können die neuen Systeme auf die Normaußentemperatur ausgelegt werden. Mit diesem Technologiesprung können moderne Luft-WP monovalent, also ohne zweiten Wärmeerzeuger, sehr effizient betrieben werden.
Die Invertertechnologie macht es möglich, sich durch modulieren, der benötigten Heizleistung anzupassen und durch verbesserte Kältemittel (R410A) eine effektivere Wärmeübertragung zu erreichen; siehe auch den Menüpunkt Kältemittel. Dadurch hat die Luftwärmepumpe zu den anderen Wärmepumpensystemen aufgeschlossen und ist im Neubau, wie auch im Bestandsbau, das fortschrittlichste System mit dem besten Preis- Leistungsverhältnis.
Ein besonderer Vorteil der Invertertechnik ist der nicht mehr benötigte Elektro-Heizstab. Durch das Modulieren (Anpassen der Wärmepumpe an den Wärmebedarf des Hauses), kann mit einem minimalen Strombedarf, die benötigte Wärmeleistung für Heizung und Brauchwasser erbracht werden.
Durch die hohen Arbeitszahlen und die geringeren Anschaffungskosten wird eine Luftwärmepumpe zu einer günstigen Alternative gegenüber einer Erd- oder Wasserwärmepumpe. Zusätzlich werden teure und zeitraubende Erd- bzw. Bohrarbeiten, durch die einfache Erschließung der Wärmequelle Luft unnötig.
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