Holzwolle kontra Mineralwolle

8. Dezember 2011

In Zeiten steigender Energiepreise wird es immer wichtiger, für eine gute Dämmung der eigenen vier Wände zu sorgen. Denn nur so lassen sich die Heizkosten effektiv reduzieren. Es werden viele verschiedene Dämmungsmaterialien auf dem Markt angeboten, wobei Holzwolle und Mineralwolle am weitesten verbreitet sind. Doch welcher der beiden Dämmstoffe ist eigentlich der bessere? Und wo liegen die Vor- und Nachteile von Holzwolle und Mineralwolle?

Eigenschaften von Holzwolle:

Holzwolle wird aus feinsten Holzfasern hergestellt. Sie sind antistatisch und elastisch und werden maschinell entstaubt. Die für Holzwolle verwendeten Späne werden durch Hobeln aus Rundhölzern gewonnen. Als Holzarten kommen Fichte, Kiefer und Pappel in Frage. Bei einer Länge von 500 Millimetern variieren ihre Breite und Stärke. Für Holzwolle gibt es in der Industrie und in der Landwirtschaft viele verschiedene Verwendungsmöglichkeiten. So wird die Substanz beispielsweise als Verpackungspolster verwendet, um zerbrechliche Güter zu schützen. Als Unterlage für Käfige und Gehege ist Holzwolle ebenso beliebt wie zur Euterreinigung bei Ziegen und Kühen. In gepresstem Zustand hat Holzwolle aber auch dämmende Eigenschaften, die man sich bei der Isolierung von Gebäuden zu Eigen macht. Um Holzwolle zu diesem Zweck verwenden zu können, wird sie mit Verbundstoffen wie Magnesit gebunden und dann konserviert. So entstehen Holzwollplatten, die sich gut für die Wärme- und Schalldämmung eignen. Holzwollplatten enthalten keine Schadstoff oder künstliche Bindungsmittel und sind daher ökologisch empfehlenswert.

Eigenschaften von Mineralwolle:

Während in der ökologischen Bilanz die Vorteile auf Seiten der Holzwolle liegen, hat Mineralwolle leichte Vorteile bei der dämmenden Wirkung. Der Dämmstoff Mineralwolle wird als Mischung aus Steinwolle und Glaswolle hergestellt. Die Glaswollfasern bestehen neben Altglas auch aus Sand, Kalkstein, Soda, Mineralöl und einem Bindemittel. Die Steinwollfasern setzen sich aus Gesteinsarten wie Dolomit, Diaba, Basalt, Spat und Anorthosit zusammen, während Mineralöl und Bindemittel für den Zusammenhalt sorgen. Als Zusatzstoffe enthält Mineralwolle Zement und Magnesium. Mineralwollplatten lassen sich für die Dämmung des gesamten Hauses vom Dach bis zum Keller einsetzen. Wegen ihrer außerordentlich guten dämmenden Wirkung kommt Mineralwolle nicht nur in Privatwohnungen, sondern auch in Industrieanlagen zum Einsatz. Gegenüber der Holzwolle hat die Steinwolle zudem den Vorteil, dass sie nicht brennbar ist und dadurch die Gebäudesicherheit steigert.

Phasenverschiebung bei Holzwolle und bei Mineralwolle:

Ein wichtiges Kriterium, das die Effektivität eines Dämmstoffs misst, ist die so genannte Phasenverschiebung. Mit dieser Größe wird in der Bautechnik der Zeitraum angegeben, der zwischen dem Eintreten der höchsten bzw. tiefsten Außentemperatur auf der äußeren Oberfläche eines Bauteils und dem Erreichen dieser Temperatur auf seiner Innenseite. Je größer der Wert bzw. je länger die Verschiebung, desto besser die dämmende Wirkung. Bei einer 16 Zentimeter dicken Mineralwolldämmung unter dem Dach beträgt die Phasenverschiebung bei Anbringung der Dämmung zwischen den Sparren durchschnittlich knapp 11 Stunden. Eine gute Holzwolldämmung kommt auf ähnliche Werte.

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